Leitkulturdebatte

von Dirk Kranefuss

 

 

Am Montag, dem 9. Mai 2017 gab es bei Plasberg in der ARD eine Leitkulturdebatte. Aufgereiht saßen die Kandidaten da wie in der Muppet Show: Hermann Gröhe als Grobi, Bärbel Höhn als Miss Piggy und Martin Renner als Alter auf dem Balkon. Dazu noch die LINKE-Wagenknecht, FDP-Vogel und SPD-Lauterbach.

 

Auslöser war Thomas de Maizière, mit 10 simplen Thesen zur Leitkultur wie „wir geben uns die Hand“ und „wir sind nicht Burka“. Und da ging es bei der Runde zu wie auf dem Hühnerhof: FDP-Vogel nannte das einen Griff in die CDU „Mottenkiste“, für die GRÜNE-Höhn waren das „Banalitäten“ und für SPD-Lauterbach ein „selten dämlicher Spruch“. Nur CDU-Gröhe und AfD-Renner verteidigten de Maizière.

 

Keiner thematisierte, dass der Muslim Bassam Tibi das Thema ab 1996 aus Angst vor Parallelgesellschaften, insbesondere wegen des Islams angestoßen hatte, der sich nicht in eine europäisch abendländische Kultur einreihen will und gegen den Primat der Vernunft vor religiöser Offenbarung, gegen individuelle Menschenrechte und gegen einen säkularen Staat mit Grundrechten ist. Die Gefahr sah Bassam Tibi insbesondere verstärkt durch illegale Zuwanderung statt kontrollierter Einwanderung.

http://www.bpb.de/apuz/26535/leitkultur-als-wertekonsens?p=all

 

Und Friedrich Merz präzisierte 2000 den Leitkulturgedanken weiter, dass sich Zuwanderer, die auf Dauer in Deutschland leben wollen, „einer gewachsenen freiheitlichen deutschen Leitkultur anpassen“ müssten, dass sie „einen eigenen Integrationsbeitrag“ zu leisten hätten und sich „dabei anpassen müssten an die in diesem Land gewachsenen kulturellen Grund-Vorstellungen“. Sie müssten Deutsch sprechen, unsere Sitten und Gebräuche akzeptieren, und dürften in Schulen kein Kopftuch tragen. Und seine Gedanken wurden damals insbesondere von Angela Merkel unterstützt, die der SPD sogar vorwarf, ein gestörtes Verhältnis zu den Begriffen Vaterland, Nation und Heimat zu haben.  Davon hat sie sich heute um Lichtjahre entfernt.

 www.faz.net/aktuell/politik/cdu-von-deutscher-leitkultur-zur-leitkultur-deutschlands-112742.html

 

Umso bemerkenswerter, dass de Maizière das Leitkulturthema aufgreifen durfte. Aber was tut man nicht alles bei sinkenden Umfragewerten und steigender Kritik, vor allem vor Wahlen, und Merkel ist da besonders wendig.

 

Das Traurige ist nur, dass sich die deutsche Politik – CDU, SPD, FDP, GRÜNE und Linke - in geistiger Auflösung befindet. In vorauseilendem Gehorsam darf sie weder die Zuwanderung als illegal bezeichnen, noch den Islam als grundgesetzwidrig. Keiner darf sagen, Integration ist eine Bringschuld und wenn insbesondere der Islam sie nicht leistet, gehört er nicht zu Deutschland. Warum? Wegen der völlig aus dem Ruder gelaufenen Political-Correctness!

 

Und wenn sich eine Alice Weidel von der AfD deshalb empört, und sich diese Political Correctness auf den Müllhaufen der Geschichte wünscht, dann nennt man sie eine Nazi-Schlampe.