Kommentar: Gängelung der Bürger

von Dirk Kranefuss

 

 

Gängelung durch die Feuerwehr

 

Wer auf der Kölner Straße oder Hammfelddamm in Richtung Stadt fährt, wundert sich, wenn die Ampel nicht auf Grün springt. Wenn dann Minute um Minute ohne Grün vergeht, werden viele Autofahrer nervös, drücken schon mal aufs Leerlaufsgas, oder ruckeln ein paar Zentimeter nach vorn. Neulinge denken auch an Ampelstörung, drehen oder fahren bei Rot über die Ampel. Und dann endlich, nach quälend langer Zeit zuckelt ein kleines Johanniter Wägelchen vom Feuerwehrgelände auf den Hammfelddamm.

 

Die dürfen das, Feuerwehr und Unfallhilfe, denn Leben retten geht vor alles. Da ist nichts zu kostbar, vor allem nicht der Verlust der eigenen Zeit, Sekunden können Leben retten. Kann jeder unterschreiben, wird keiner widersprechen, findet jeder richtig.

 

Jedoch:

 

Wieso dauert es so elend lange, bis die Feuerwehr aus dem Gelände fährt. Wenn Sekunden Leben retten, wieso verplempert sie diese, sogar Minuten, die gerade durch die Vorrangschaltung eingespart werden sollen? Damit konterkariert sie doch ihre eigene Forderung, so schnell wie möglich zum Unfallort zu kommen!

 

Übermäßig lange Wartezeiten

 

Und, wenn man in der nutzlosen Warteschlange steht, drängt sich die Frage auf, wieviel länger die Fahrt denn wäre ohne das Vorzugsgrün? Antwort: Höchstens 5 Sekunden! Stellen Sie sich mal an eine rote Ampel und zählen Sie, wie lange es dauert, bis der Rettungswagen über Kreuzung gefahren ist. Sie kommen nicht mal bis 3! Dafür ist das Martinshorn ja da, sich die Vorfahrt zu verschaffen! Und das klappt! Immer!

 

Und für höchstens 5 Sekunden sollen 50 Autos bis zu 5 Minuten warten?  Die Verhältnismäßigkeit wird ja nicht so übermäßig strapaziert, wenn die Wartezeit nach dem Ausfahren der Feuerwehr sofort beendet wäre. Nein! Weitere Warteminuten stehen an, teilweise bis zu 3 Minuten, bevor die Ampeln auf Grün schalten. Völlig unerklärlich!

 

Oder, wenn der gesamte Verkehr ruht, in alle 4 Himmelsrichtungen gestoppt wird und das Wägelchen der Johanniter dann aber nur nach rechts auf den Europadamm abbiegt. Fragen über Fragen, die ich dann auch der Feuerwehr stellte. Die Antworten waren abenteuerlich.

 

- Die anfängliche Wartezeit liegt an der Bereitschaft der Menschen und Rüstzeit der Fahrzeuge, wo  

   eventuell noch einer pinkeln muss.

- Die Wartezeit nach dem Ausfahren liegt auch mal am Pförtner, der vergisst, den Vorfahrtknopf  

   aufzuheben.

- Eine Automatikschaltung sei nicht machbar, da zuweilen mehrere Fahrzeuge den Hof verlassen.

- Die Vorrangschaltung sehe eine differenzierte Steuerung, z.B. nur nach rechts, nicht vor.

 

Fazit: Wer die Macht hat, denkt nur an das eigene Wohl, muss nicht mehr an das Wohl der anderen denken. Da wird „Leben retten“ nur zu einer Wunderwaffe, die sich um angemessene Differenzierung nicht bemühen zu müssen.

 

Gängelung durch die Busse

 

Wer an Kreuzungen oder Nebenstraßenn in Neuss des öfteren überlange vor roten Ampeln steht, braucht sich keine Gedanken zu machen: immer ist es ein Bus, der noch schnell über die Ampel will: Denn öffentlicher Verkehr geht vor Privatverkehr, das ist ja wohl klar! Öffentlicher Fahrzeuge gehen immer vor Individualverkehr!

 

Busse waren vor der Bevorrechtigung genauso pünktlich

 

Leuchtet mir nicht ein, denn früher, als es noch keine Busbevorrechtigung gab, war der Bus auch pünktlich, genauso wie heute. Und die Frage ist, warum werden die einen vor den anderen bevorzugt, nur weil sie Bus fahren? Sind die Menschen erster Klasse, und alle anderen, insbesondere die PKW-Fahrer nur zweiter Klasse?

 

Durch die Busbevorrechtigung wird mehr CO 2 produziert

 

Ja, das ist so. Weil sich hier die lebensbeglückende Ideologie der Grünen austobt. Lass dein Auto stehen, steig auf den Bus um, spare CO2, tu was für Umwelt und Klima. „Vor Dir könnten auch 60 Autos herfahren“ steht deshalb auf vielen Bussen, nur schade, wenn da nur 6 Mann drinsitzen. Die Menschen wollen sich partout nicht beglücken lassen und umsteigen.

 

Darum hat sich die Politik noch eine weitere Schikane ausgedacht: Den Bus-Kap. Fuhren früher die Busse in freundliche Busbuchten, bleiben sie heute einfach auf der Straße stehen und zwingen den nachfolgenden Verkehr zu warten. Selber schuld. Früher ist man noch des öfteren vorbeigefahren, das aber wird jetzt völlig unmöglich gemacht, mit Überholverbot und Mittelstreifenbarriere. Meist noch mit Fußgängerampel die just dann betätigt wird, wenn der Bus abgefahren ist. Also doppelte Wartezeit. Ihr seid aber auch sowas von blöd, Ihr Privat-PKW-Fuzzies.

 

Wenn es den Bussen denn wenigstens nutzen würde, schneller ans Ziel zu kommen. Das tut es aber gerade nicht. Denn in der Rush Hour steht der Bus genauso wie jeder andere Verkehrsteilnehmer im Stau, da kann er noch so lange auf Grün drücken. Da kommt keiner über die grüne Ampel, wenn sich der Stau auf der anderen Kreuzungsseite fortsetzt.

 

Und in den verkehrsarmen Zeiten, da käme der Bus ungehindert zum Ziel, gerade da aber drückt der Fahrer mit Vorliebe auf den Grünknopf. Der leidende Mensch, dazu gehören vor allem Busfahrer, hat einen besonderen Hang, andere mitleiden zu lassen. Also werden die Autofahrer weiterhin mit langen Wartezeiten bestraft und müssen stumm in Sünde verharren.

 

Mit der Erziehung zur Langsamkeit verspielt Deutschland globale Spitzenposition

 

Will die Politik das ändern? Freiwillig niemals. Denn sie züchtet den geduldigen Bürger, einen, der klaglos in der Schlange steht, in Verlangsamung der Zeit. Der sich leichter lenken lässt, weil er das Denken mit der Zeit ganz aufgegeben hat. Das ist der ideale Bürger für bequeme Politiker.

 

Dass sie damit ihrer Stadt und ihrem Land schaden, will ihnen nicht in den Kopf. Denn es sind ja nicht die Dümmsten und Langsamsten, die PKW-Fahrer. Sie wollen möglichst schnell zur Arbeit und Büro. Geld verdienen, arbeiten, Steuern zahlen – für die Stadt, für das Land, auch für Politiker! Erreichbarkeit der Innenstädte, war das mal ein Thema?

 

Wertvolle Arbeitszeit wird vergeudet

 

Wenn man die vergeudeten Minuten rechnet, die die Bürger nutzlos an der Ampel warten, statt arbeiten zu können: Da kommen allein für Neuss schon 100 Millionen Euro Verdienstausfall zusammen.

 

Und nicht nur das, wer seine Bürger zur Langsamkeit erzieht, darf sich nicht wundern, wenn sie in Zeiten der Globalisierung weiter ins Mittelfeld abrutschen. Schon jetzt baut China Strassen in 3 Monaten, für die Deutschland 3 Jahre braucht. Flughafen Berlin, ist das hier ein Thema?

 

Na klar, wer im Geld schwimmt, weil er es den anderen erfolgreich abgenommen hat, wer nie eigenes Geld verdient hat, der meint, es geht ewig so weiter im Schlaraffenland.

 

Und wenn er, wenn alle dann abrupt aufgewacht sind – dann ist es zu spät. Aber schuld daran sind immer noch die anderen.

 

Und, siehe oben:

 

Wer die Macht hat, denkt nur an das eigene Wohl, nicht an das Wohl der anderen.

Die AfD hat versucht, diesen Zustand zu ändern, da waren aber insbesondere die Grünen vor.

Wir werden das Thema zu gegebener Zeit wieder aufgreifen - mit mündigen Bürgern.