Aus dem Maschinenraum der AfD

 

von Dirk Kranefuss

 

Neuss, den 1. März 2017

 

 

Lieber Herr Müller,

 

meine AfD entwickelt sich mehr und mehr zu spannender Zeitgeschichte. Meine Erfahrung:

 

Wir müssen uns für Flüchtlinge engagieren, um sie so schnell wie möglich in Brot und Arbeit zu kriegen, weg von Hartz 4. Um die enormen Kosten zu minimieren.  Aber nur wenige können das von selbst. Ohne engagierte Bürger und Paten kommen die wenigsten an Praktika und Jobs. Die Politiker und Unternehmer sind auch bemüht. Aber die überwiegend unausgebildeten Einwanderer, des Deutschen nicht mächtig, werden mit Briefen, Bürokratie und Fragebögen zugeschüttet, die diese nur mit Hilfe von Paten und Betreuern entschlüsseln können. Wer keinen hat, kriegt keine Arbeit bzw. verliert sie auch wieder ganz schnell. Warum? Weil wir nicht genug Arbeit haben, sie reicht ja gerade für Deutsche, einfachste Handreichungen kann jeder, zu mehr sind 70 bis 90 Prozent der Flüchtlinge im Augenblick nicht in der Lage (mit den erfreulichen Ausnahmen).

 

 Sie wurden mit falschen Vorstellungen hierhergelockt, zu viele werden hier in lebenslangem Hartz 4 stranden, ohne je eingezahlt zu haben. Vor allem diese werden sich nicht integrieren können, sie werden sich gegen Deutschland wenden. Alles liebenswerte freundliche Menschen, es wert, sich für sie einzusetzen. Aber wenn wir es nicht mehr tun, wenn für die Mehrzahl der 3 Millionen gar keine Betreuer da sind, werden zu viele zu frustrierten Opfern, leichte Beute für Aufrührer. Ich bin sehr besorgt. Die, die das nicht sehen, meinen bis zur letzten Minute, wir schaffen das.

 

Zurück zur AfD: Für mich ist es die zur Zeit einzige Partei mit dem ernsthaften Willen, Deutschland wieder zur Einhaltung des Grundgesetzes, überhaupt zur Einhaltung jeglicher Gesetze zurückzuführen. Und sie wird zur Zeit nur deshalb als faschistische Partei verunglimpft, weil die Altparteien um Macht und Einfluss fürchten. Selbst ein Höcke, den ich nicht mag, hat in fast allem recht, wenn man den gewöhnungsbedürftigen Tonfall ausblendet. Martin Walser hat in der Paulskirche dasselbe gesagt wie er, Rudolf Augstein auch, das mit dem Denkmal der Schande. Sie wurden nicht gesteinigt. Und heute druckt die FAZ einen Leserbrief ab, der das Holocaust Denkmal in Berlin mit einer Panzersperre vergleicht, mit einer gesichtslosen Betonblockmassierung, in der Kinder herumtollen und ihren Müll hinterlassen. Hätte Höcke ihn verfasst, der Aufschrei wäre unbeschreiblich gewesen. Denn dem Mainstream geht es nicht um Gesetz, es geht um Geld, und dafür sind die Altparteien bereit, alles zu tun.

 

Gerade wählte ich als Delegierter die Kandidaten von NRW in die AfD Bundestagsliste. Auf Spitzenplatz 3 kandidierte ein Farbiger, Vater US-Soldat, Mutter Deutsche, ein Boateng sozusagen. Er, Professor für Informationswissenschaften in Köln, erhielt mit einer fulminanten Rede auf Anhieb die meisten Stimmen. Soviel zur völkischen Fremdenfeindlichkeit der AfD.

 

Mit diesem Erlebnis, eigentlich die Norm einer rechtsstaatlichen Partei, fühle ich mich wie im Auge des Sturms, der gerade über Deutschland steht. Bei aller Sorge bin ich begeistert, privilegierter Zeitzeuge des Geschehens zu sein, und hoffe, meinen Kindern und Freunden soviel wie möglich von meinen Erfahrungen berichten zu können. Bin aber als Prophet im eigenen Lande nicht besonders optimistisch, daß mir es auch gelingt, sie zu überzeugen.

 

Viele Grüße

 

Ihr Dirk Kranefuss