Kommentar: Unsinnige Verkehrspolitik in Neuss

von Dirk Kranefuss

 

Wer kennt das nicht: Man steht vor der Ampel und sie wird und wird nicht grün, bis nach ein paar Minuten der Stadtbus gemütlich vorüber fährt. Der hat sich nämlich die Vorfahrt geholt. Angeblich der Pünktlichkeit wegen, in Wirklichkeit aber zur Bestrafung der Bürgerinnen und Bürger, die sich dem Segen des öffentlichen Nahverkehrs immer noch entziehen. Und so hat jeder Busfahrer den „Machtknopf“, sich stets grüne Vorfahrt herbei zu klicken. Er wurde eigentlich für die Rush Hour gedacht, wird aber auch bei leeren Straßen genutzt. Macht ja Spaß, wenn die anderen warten müssen: hier komm ich.

 

Dabei ist diese Verfahrensweise schon mehrfach als Unsinn begutachtet worden: zur Rush Hour kriegt der Busfahrer den Stau durch Ampelklick nicht aufgelöst, bei gähnender Leere ist der Klick völlig sinnlos, ist aber die Regel. Und wer sich noch erinnern kann, weiß, dass die Busse vor dem Vorfahrtsknopf auch pünktlich waren. Also, reine Schikane, die überdies wirtschaftlich und ökologisch schädlich ist. Denn tausende Autofahrer werden unnötig aufgehalten, verlieren wertvolle Arbeitszeit, und verbrennen unnötig Sprit.

 

Aber den Rat der Stadt Neuss stört das nicht.

 

Zweites Bespiel:

 

Fast noch ärgerlicher ist die Feuerwehrausfahrt im Hammfeld. Oft stehen dort alle Räder vor roten Ampeln still, den Hammfelddamm rauf und runter, am Europadamm und der Anton-Kux-Strasse – und keiner weiß wieso. Bis nach Minuten, in der Ferne, ein Johanniter Unfallwagen auf den Hammfelddamm einbiegt. Dann kann man aber nicht sofort losfahren, sondern muss noch 2 – 5 Minuten warten, bis der Pförtner sich bequemt, aufs Knöpfchen zu drücken. Das vergisst er manchmal, darum werden es öfter 5 Minuten. Vor allem Ortsfremde denken, die Ampel sei defekt und fahren schon mal bei Rot über die Kreuzung. Das gleiche wiederholt sich an der Kölner Straße, denn die Notfahrzeuge haben auch dort automatisch Grün.

 

Besonders sinnlos ist die Rotschaltung, wenn der Rettungswagen nicht auf den Hammfelddamm, sondern auf den Europadamm einbiegt. Denn auf 5 von 6 Autospuren könnte der Verkehr weiter fließen. Tut er aber nicht, denn dafür reicht die Technik nicht. Auch gibt es keine automatische Steuerung, es muss alles per Hand geschaltet werden.

 

Insgesamt ist meiner Meinung nach die Rotschaltung unsinnig und unverhältnismäßig. Mit Tatü Tata braucht ein Feuerwehr- oder Sanitätsauto nur wenige Sekunden länger, um über die Ampel zu kommen, wie an allen anderen Ampeln auch. Dort kann man sehen, wie problemlos und schnell das geht. Nein, Hauptsache die Stadt macht einen guten Eindruck, alles für die Not getan zu haben, und seien es auch nur 3 Sekunden. Die vielen Minuten Zeitverschwendung für hunderte Bürgerinnen und Bürger in Privatfahrzeugen zählen dagegen nicht, egal wie viele Notfälle da drunter sind, vom volkswirtschaftlichen Schaden ganz abgesehen.

 

Aber den Rat der Stadt Neuss stört das nicht.

 

Drittes Beispiel:

 

Aus reiner Ideologie wurden auch die Feinstaubzonen mit Tempo 30 eingerichtet. Für die Gesundheit ihrer Bürgerinnen und Bürger tut die Stadt alles, auch wenn es total unsinnig ist. Denn zum einen wird der Feinstaub zum weitaus größeren Teil durch Industrie und Hauswärme erzeugt. Bei den Autos sogar der größere Teil durch Bremsabrieb.  Und die angeblich umweltschädlichen Autos werden ja nicht aus dem Verkehr gezogen, sie dürfen lediglich nicht in die Umweltzonen einfahren. Dass der außerhalb erzeugte Feinstaub an der Umweltzone nicht haltmacht, kümmert keinen.  Hauptsache, man hat seine Pflicht getan, egal wie sinnlos das letztlich ist.

 

Aber den Rat der Stadt Neuss stört das nicht.

 

 

Die AfD setzt sich als einzige Partei für die Abschaffung dieses Unsinns ein und wird weiterhin gegen die Gängelung der Bürgerinnen und Bürger aus ideologischen Gründen kämpfen.